Kremer: Flexiblere Arbeitszeiten statt neuer Kosten

Datum des Artikels 17.07.2026

Der Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Sachsen-Anhalt (MIT), Harald Kremer, hat die Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach der Einführung eines sogenannten Hitzeausfallgeldes kritisiert. Nach Ansicht Kremers geht die Debatte am eigentlichen Problem vorbei und belastet Unternehmen mit zusätzlichen Kosten und bürokratischen Auflagen.

„Statt immer neue staatliche Leistungen und Ausgleichszahlungen zu fordern, sollte sich der DGB endlich für eine Modernisierung und Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes einsetzen“, erklärte Kremer. Gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme sei es sinnvoll, Betrieben und Beschäftigten mehr Spielraum bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeiten einzuräumen.

Nach Auffassung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion könnten viele hitzebedingte Belastungen bereits durch flexible Arbeitszeitmodelle reduziert werden. Arbeitszeiten könnten in den frühen Morgenstunden beginnen, in die Abendstunden verlegt oder an besonders heißen Tagen individuell angepasst werden. Solche Lösungen seien praxisnah, unbürokratisch und würden sowohl den Interessen der Beschäftigten als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht.

„Wenn Arbeitnehmer bei großer Hitze ihre Arbeit früher beginnen oder zeitweise unterbrechen können, braucht es kein neues Hitzeausfallgeld“, so Kremer weiter. Die starre Ausgestaltung des geltenden Arbeitszeitgesetzes erschwere jedoch häufig genau die Flexibilität, die in der Praxis erforderlich wäre.

Kremer warnte zudem davor, die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen durch weitere finanzielle Belastungen zu schwächen. Der Mittelstand stehe bereits unter erheblichem Druck durch hohe Energiepreise, steigende Lohnkosten und zunehmende Regulierung. Zusätzliche Ausfallzahlungen würden die Situation weiter verschärfen.